
Bildnachweis: Peter Giodani
Katja Šulcs außergewöhnliche Stimme, erfüllt von einer Wärme und Kraft, hat sie zu einem der herausragendsten Talente Sloweniens in der Pop- und Weltmusikszene gemacht. Seit ihrer Zeit an der New School in New York City veröffentlicht Šulc kontinuierlich gefühlvolle und melodische Alben, die zwischen Jazz, Alternative Pop, Weltmusik, Flamenco, Gypsy Blues und Elektronik changieren. Ihr Debütalbum „Mila“ aus dem Jahr 2008, eine Hommage an die Poesie der verehrten Dichterin und Schauspielerin Mila Kačič, begründete für Šulc den anhaltenden Trend, Werke gefeierter Dichter zu vertonen. Ob sie nun Elizabeth Bishops ikonisches Gedicht „One Art“ von 1976 vertont („Magmalaska“, 2019) oder Romani-Poesie zeitgenössisch interpretiert („Kamlisajlan“, 2016) – Šulcs Vortrag ist stets authentisch und erfrischend.
Music Traveler hat mit Stolz ausgewähltKatja Šulcan der Premiere vonMusic Traveler TVmit einer Darbietung von Liedern aus ihrem kommenden Album Caricias (Casete México, 2021), begleitet vom slowenischen Multiinstrumentalisten und Musikproduzenten KALU, dessen SoloalbumGute Besserungwurde 2018 veröffentlicht. Die farbenfrohe Live-Session wurde im Heimstudio von KALU in Ljubljana aufgenommen und von Channel Zero, AKC Metelkova, produziert.
Wie würden Sie Ihre Beziehung zur Musik Mittel- und Osteuropas beschreiben?
Die Verbindung ist sehr stark; ich bin tief inspiriert vom einzigartigen musikalischen Erbe Osteuropas und des Balkans. Was Einflüsse angeht, schöpfen wir alle aus musikalischen Quellen, die uns geprägt haben, und lassen uns von ihnen inspirieren, wobei dieser Einfluss weit über unser eigenes Gebiet hinausreicht. Mein musikalischer Ausdruck ist vielfältig, eklektisch und authentisch.
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Erzählen Sie uns etwas über das Kamlisajlan-Projekt.
Kamlisajlan ist meine Hommage an die Roma-Kultur. Sie basiert auf Roma-Poesie aus Osteuropa und dem Balkan, darunter Werke unbekannter und bekannter zeitgenössischer Roma-Dichter. Seit meiner Kindheit bewundere ich die Kultur und Musik der Roma und fühle mich geehrt, ihr auf meine Weise Tribut zollen zu können. Während eines Langzeitaufenthalts in Paris recherchierte ich unter der Mentorschaft des Roma-Professors und Aktivisten Marcel Courthiade. Die Gedichte wurden später in Mexiko vertont, dank einer Begegnung mit dem mexikanischen Geiger Alban Usatch, der mir bei der Komposition half. Das Album erschien 2016 bei Casete México und hat mich seither auf viele musikalische Reisen geführt, von Mexiko über Portugal und Marokko bis nach Nepal und China.
Und die Verbindung zu Mexiko?
Meine Verbindung zu Mexiko hat eine lange Geschichte. Sie beginnt 1999, als ich zum ersten Mal nach Mexiko reiste. Diese Reise veränderte mein Leben; Mexiko wurde zu meiner zweiten Heimat, und ich kehre seitdem regelmäßig dorthin zurück. Während meines Künstleraufenthalts in Oaxaca 2019 feierte ich mein 20-jähriges Jubiläum in Mexiko und kam auf die Idee, der mexikanischen Poetik eine persönliche Hommage zu erweisen. Im Januar 2020 nahm ich in Oaxaca ein Album mit traditionellen, zeitgenössischen und indigenen Gedichten auf. Es trägt den Titel „Caricias“ und erscheint im Frühjahr.
Eine unserer Missionen bei Music Traveler ist es, Künstler zu vernetzen. Gibt es eine Traum-Kollaboration, die Sie gerne verwirklichen würden?
Wenn ich groß träumen darf, würde ich wahnsinnig gerne mit einem meiner Helden, Mike Patton, zusammenarbeiten. Im Austausch mit anderen Künstlern weltweit bin ich offen für neue Formen und Netzwerke, die uns helfen, auf derselben Wellenlänge zu sein.
Wie hat Streaming Ihre Herangehensweise an Musik verändert?
Ich war anfangs nicht begeistert vom Streaming, aber als klar wurde, dass dies für eine Weile die einzige Möglichkeit zum Spielen sein würde, akzeptierte ich es. Ich fragte mich schon, wie die Musik rüberkommt, wie man die Stimmung, die Energie über die Kamera ans Publikum vermittelt. Die Kritik zu meinem ersten Livestream mit KALU war positiv: „Offensichtlich kann man mit musikalischem Esperanto auch aus der Ferne hypnotisieren“ (Jaša Lorenčič, Odzven). Ich habe selbst einige wunderbare Livestreams als Zuschauer erlebt, zum Beispiel von Širom und Silvia Perez Cruz. Es war eine transformative Erfahrung, die Magie konnte spürbar werden, und ich bin froh, dass es diese Möglichkeit gibt. Wir alle vermissen aber Live-Konzerte.
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