
Der in Russland geborene israelisch-amerikanische Pianist Yefim Bronfman ist seit seiner Einbürgerung im Jahr 1989 eine feste Größe auf den Konzertbühnen, insbesondere in den USA. Er wird vor allem für seine Interpretationen des modernen russischen Repertoires bewundert, in denen er pianistische Virtuosität mit der melancholischen Introspektion verbindet, die vielen Werken der ansonsten so unterschiedlichen Komponisten Prokofjew und Schostakowitsch eigen ist.
Bronfman wurde am 10. April 1958 in Taschkent, Usbekistan, geboren. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er von seiner Mutter, einer Klavierlehrerin. Die Familie wanderte 1973 nach Israel aus, und der jugendliche Yefim begann sein Klavierstudium an der Universität Tel Aviv. Nach nur zwei Jahren Unterricht bei Arie Vardi feierte er sein internationales Debüt mit dem Montreal Symphony Orchestra unter der Leitung von Zubin Mehta. Bronfman vervollständigte seine Studien in den USA an der Juilliard School, dem Curtis Institute und dem Marlboro Festival; zu seinen Privatlehrern zählten Rudolf Firkusny, Leon Fleisher und Rudolf Serkin.
1978 gab er sein Debüt bei den New Yorker Philharmonikern, und seine Rezitaldebüts in New York und Washington, D.C., waren gleichermaßen prestigeträchtig: Sie fanden im 92nd Street Y bzw. im Kennedy Center statt.
Seitdem hat Bronfman im Rahmen seiner Tourneen in den meisten großen Konzerthäusern der Welt konzertiert. Seine anhaltende Popularität spiegelt die der russischen Musik im Allgemeinen wider, und er hat alle fünf Klavierkonzerte von Prokofjew sowie alle sieben technisch anspruchsvollen Sonaten des Komponisten eingespielt. Sein eigenes Repertoire reicht jedoch bis zu den Werken Domenico Scarlattis zurück, und 1997 wurde er für seine Einspielungen von Bartóks drei Klavierkonzerten mit Esa-Pekka Salonen und den Los Angeles Philharmonikern mit einem Grammy ausgezeichnet.
Er erhielt zahlreiche weitere Grammy- und Gramophone-Nominierungen. Bronfman veröffentlicht seine Aufnahmen bei Sony, wo er gemeinsam mit Emanuel Ax ein Album für zwei Klaviere mit Werken von Rachmaninow herausbrachte. Er ist zudem ein begeisterter Kammermusiker. Zwei Höhepunkte seiner Karriere erlebte er 1991: Zum ersten Mal seit seiner Jugend kehrte er nach Russland zurück und wurde mit dem Avery Fisher Prize ausgezeichnet. Im Jahr 2000 erreichte er ein breiteres Publikum, als seine Interpretation von Schostakowitschs Klavierkonzert Nr. 2 im Film „Fantasia 2000“ verwendet wurde; er spielte das Werk live bei Sondervorführungen des Films in New York, Los Angeles, Paris und Tokio.