
Viktoria Mullova
Die in Russland geborene Geigerin Viktoria Mullova ist vor allem für ihre große Virtuosität und ihr breit gefächertes Repertoire bekannt, das auch viele Crossover-Stücke umfasst. Im Bereich der ernsten Musik wurde sie für ihre Interpretationen verschiedener Solowerke von Johann Sebastian Bach, darunter Partiten und Sonaten, sowie für ihre Einspielungen von Konzerten von Brahms, Prokofjew (Nr. 2), Schostakowitsch (Nr. 1) und Sibelius hoch gelobt. Ihre Ausflüge in populärere Gefilde umfassen Werke der Beatles, Miles Davis und Duke Ellington. Im Laufe der Jahre hat sich Mullova einen Namen für ihre höchst individuellen Interpretationen und ihr feines Gespür für die Kommunikation mit ihrem Konzertpublikum gemacht. Sie bevorzugt zudem die Verwendung historisch korrekter Instrumente und Aufführungspraxis. Mullova hat zahlreiche Aufnahmen für verschiedene Labels wie Decca, Philips, Deutsche Grammophon, ArtHaus und Onyx eingespielt.
Mullova wurde am 27. November 1959 in Moskau geboren. Sie studierte Musik an der Zentralen Musikschule Moskaus, wo Wolodar Bronin ihr wichtigster Lehrer war. Später studierte sie am Moskauer Konservatorium bei dem Geigenvirtuosen Leonid Kogan.
Mullova erlebte einen kometenhaften Aufstieg dank spektakulärer Siege bei zwei bedeutenden Wettbewerben: 1980 gewann sie den ersten Preis beim Internationalen Jean-Sibelius-Violinwettbewerb und zwei Jahre später den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb. Im darauffolgenden Jahr floh sie in die Vereinigten Staaten, ließ sich aber schließlich in England nieder.
In den 1980er Jahren nahm sie für Philips eine Reihe äußerst erfolgreicher Werke auf, darunter ihre erste Aufnahme mit Seiji Ozawa und dem Boston Symphony Orchestra, die die Klavierkonzerte von Tschaikowsky und Sibelius vereinte. Diesem Erfolg folgte 1988 eine weitere Aufnahme mit Prokofjews zweitem und Schostakowitschs erstem Klavierkonzert, diesmal mit André Previn und dem Royal Philharmonic Orchestra. Bis zum Ende des Jahrzehnts hatte sie mit vielen der bedeutendsten Orchester und Dirigenten in den USA, Europa und Fernost große Erfolge gefeiert.
1994 gründete sie das Mullova Chamber Ensemble, das schnell internationale Bekanntheit erlangte. Nach ihrer Heirat mit dem Cellisten Matthew Barley entdeckte sie durch ihn ihr Interesse an Jazz und anderen populären Musikrichtungen. Im Jahr 2000, inspiriert von einer Reihe populärer Konzerte auf Tournee, nahm Mullova für Philips das Album „Through the Looking Glass“ auf, auf dem sie Werke von Davis, Ellington, George Harrison und anderen Komponisten außerhalb der Klassik interpretierte. Zu Mullovas Aufnahmen zählt auch die 2007 bei Onyx erschienene Einspielung von Bach-Sonaten.