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Michel Camilo

Michel Camilo

Michel Camilo, ein aufregender und virtuoser Pianist, ist ein Grammy-prämierter Künstler, der für seine einzigartige Mischung aus lateinamerikanischen, Jazz- und klassischen Stilen bekannt ist. Geboren 1954 in Santo Domingo, Dominikanische Republik, stammt Camilo aus einer sehr musikalischen Familie. Er spielte zunächst Akkordeon, wechselte aber mit etwa neun Jahren zum Klavier und begann gleichzeitig seine formale Musikausbildung. Bereits mit 16 Jahren spielte Camilo im Nationalen Symphonieorchester der Dominikanischen Republik. Nach seinem Umzug nach New York im Jahr 1979 wurde sein Song „Why Not?“ ein Hit für Manhattan Transfer und etablierte sich als Standard, während „Caribe“ in das Repertoire von Dizzy Gillespie aufgenommen wurde.

Camilo, der drei Jahre lang mit Paquito d'Riveras Band spielte, nahm für Electric Bird und Columbia auf und etablierte sich ab 1988 als Bandleader mit seinem selbstbetitelten Album, das sich zehn Wochen lang an der Spitze der Jazz-Charts hielt. Camilo begeisterte Kritiker und Latin-Jazz-Fans gleichermaßen. Ein weiteres Highlight seiner Karriere war „Rendezvous“ von 1993, das er zusammen mit Bassist Anthony Jackson und Schlagzeuger Dave Weckl einspielte. Camilo erweiterte sein Portfolio zudem um die Filmmusik mit den Soundtracks zu „Amo Tu Cama Rica“ (1991) und „Two Much“ (1996). 1997 arbeitete er mit dem Perkussionisten Giovanni Hidalgo an dem herausragenden Album „Hands of Rhythm“ zusammen.

Im Jahr 2000 war er einer der porträtierten Künstler in Fernando Truebas Dokumentarfilm „Calle 54“. Im selben Jahr gewannen er und der Flamenco-Gitarrist Tomatito mit ihrem gemeinsamen Album „Spain“ den ersten Latin Grammy Award für das beste Latin-Jazz-Album. (2006 erschien die Fortsetzung „Spain Again“.) 2002 erntete der Pianist mit „Triangulo“, zusammen mit Jackson am Bass und Horatio „El Negro“ Hernandez am Schlagzeug, viel Lob. Ebenfalls 2002 arbeitete Camilo mit Leonard Slatkin und dem BBC Symphony Orchestra an seinem Klavierkonzert „Suite for Piano, Strings & Harp; Caribe“. 2006 veröffentlichten er und Tomatito erneut „Spain Again“, und ein Jahr später erschien sein letztes Album für das Label Telarc, das vielbeachtete „Spirit of the Moment“. 2009 wurde in Japan die Audio-Video-Konzertdokumentation „Caribe: Michel Camilo Big Band“ veröffentlicht.

2011 veröffentlichte Camilo zusammen mit Hidalgo und dem Bassisten Charles Flores das Trio-Album „Mano a Mano“ bei Emarcy, bevor er auf eine weitere Welttournee ging, die ihn zu zahlreichen Festivalauftritten führte. 2013 kehrte er mit dem Solo-Piano-Album „What’s Up?“ auf dem wiederbelebten Label OKeh ins Aufnahmestudio zurück. Drei Jahre später tat sich Camilo erneut mit Tomatito zusammen und veröffentlichte mit „Spain Forever“ ihr drittes gemeinsames Album mit Werken verschiedenster Komponisten, darunter Ennio Morricone, Astor Piazzolla, Egberto Gismonti, Charlie Haden, Luis Bonfá, Django Reinhardt, Chick Corea und Erik Satie. Das Konzertalbum „Live in London“, das Camilo solo in der Londoner Queen Elizabeth Hall zeigt, erschien 2017.