
Die niederländische Geigerin Janine Jansen begann im Alter von sechs Jahren mit dem Geigenspiel. Ihr Vater ist der Organist und Cembalist Jan Jansen, und auch ihre beiden Brüder sind Musiker. Ihre Mutter ist klassische Sängerin. Janine studierte bei Coosje Wijzenbeek, Philippe Hirschhorn und Boris Belkin. Sie war bereits BBC New Generation Artist und erhielt im September 2003 den Niederländischen Musikpreis des Kulturministeriums – die höchste Auszeichnung, die ein Künstler in den Niederlanden erhalten kann.
Seit ihrem Debüt im Concertgebouw 1997 ist Janine Jansen ein gefeierter Star in ihrer Heimat, den Niederlanden. Heute gilt sie international als eine der größten Geigerinnen – eine wahrhaft aufregende und vielseitige Künstlerin. 2001 trat sie als Solistin mit dem Nationalen Jugendorchester Schottlands auf und spielte dort das Violinkonzert von Johannes Brahms.
Janine Jansen eröffnete 2005 die BBC Proms. Bei ihren Live-Auftritten zeigt sie sich mitunter recht experimentierfreudig und legt mehr Wert auf emotionale Akzente als auf Präzision oder die Einhaltung des Status quo. Sie brach mit der Tradition, indem sie ihre Aufnahmen nur mit fünf Solostreichern anstelle eines Orchesters einspielte, wobei ihr Bruder Cello spielte und ihr Vater den Generalbass. In ihren Live-Konzerten erntete sie Standing Ovations von begeistertem Publikum, beispielsweise 2006 beim Konzert der Berliner Philharmoniker in der ausverkauften Waldbühne vor 25.000 Zuschauern und 2008 in der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra vor ebenfalls ausverkauftem Haus.
Jansen hat einen Exklusivvertrag mit Decca. Bis Januar 2006 hatte sie zwei CDs für den Mainstream aufgenommen. Die erste ist eine Sammlung von Zugaben unter der Leitung von Barry Wordsworth, die zweite eine Kammermusikaufnahme von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Insbesondere ihre Vivaldi-Aufnahme war hinsichtlich der Download-Verkäufe sehr erfolgreich. Im Oktober 2006 veröffentlichte sie ihr drittes Album. Diese CD enthält die Violinkonzerte von Felix Mendelssohn und Bruch sowie Bruchs Romanze für Viola, dirigiert von Riccardo Chailly und dem Gewandhausorchester Leipzig.
2007 veröffentlichte sie ihr viertes Album, „J.S. Bach: Inventionen & Partita“. Das Beethoven-Konzert wurde mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, das Britten-Konzert mit dem London Symphony Orchestra eingespielt. Beide Orchester standen unter der Leitung von Paavo Järvi. Jansen erklärte, die gemeinsame Aufnahme dieser beiden Konzerte sei ein lang gehegter Wunsch von ihr gewesen, da sie diese beiden Werke zu den bedeutendsten Klavierkonzerten des aktuellen Repertoires zähle.