
Hans Zimmer
Es gibt nur wenige Musiker mit solch außergewöhnlicher musikalischer Klasse und Tiefe, und Hans Florian Zimmer gehört zu dieser Kategorie lebender Legenden. Geboren am 12. September 1957 in einem beschaulichen Städtchen bei Frankfurt am Main, hätten wohl nur wenige Zimmer einmal für einen der faszinierendsten und angesehensten Komponisten unserer Zeit gehalten. Seine Mutter war Musikerin, sein Vater Ingenieur – eine einzigartige Gelegenheit für den jungen Zimmer, Musik und Technik zu verbinden und daraus etwas Außergewöhnliches zu schaffen. In einer Karriere, die von großem Erfolg, Genie und verdienter Anerkennung geprägt ist, begann Hans Zimmer seine musikalische Laufbahn als Musiker in Bands und komponierte später die Filmmusik für einige der populärsten Filme unserer Zeit.
Da Zimmer in seiner Jugend keine formale Ausbildung genossen hatte, brachte er sich das Musizieren größtenteils selbst bei. Besonders fasziniert war er vom Klavier und elektronischen Synthesizern, die damals noch ganz anders waren als die heutigen. Er begann als Keyboarder in der Band The Buggles und wirkte in einem ihrer ersten Musikvideos mit dem Titel „Video Killed the Radio Star“ mit. Anschließend spielte er weiterhin Synthesizer in Bands wie Krisma und Helden. Diese Art des Komponierens lag Zimmer jedoch offensichtlich nicht. Nach der Begegnung mit Stanley Myers, einem renommierten Filmkomponisten, verlagerte er seine Interessen. Gemeinsam gründeten sie ein Studio und arbeiteten in den 1980er-Jahren an zahlreichen Filmmusiken. Zu den wichtigsten und bekanntesten Werken dieser Zeit zählen die Soundtracks zu „Das Model und der Schnüffler“ (1982), „Erfolg ist die beste Rache“ (1984), „Insignificance“ (1985) und „My Beautiful Launderette“ (1985). Ein weiteres preisgekröntes Werk war die Musik für den Film „Der letzte Kaiser“ aus dem Jahr 1987, zu dem Zimmer seine eigenen Stücke beisteuerte.
Zimmers Zusammenarbeit mit Myers markierte den Beginn einer beachtlichen Karriere als Filmkomponist. 1988 enthielt der Blockbuster „Rain Man“ Zimmers unverkennbaren Soundtrack, eine Fusion aus Orchesterklängen und elektronischer Musik. Der Erfolg von „Rain Man“ führte zu zahlreichen Angeboten, und im darauffolgenden Jahr steuerte Zimmer die Musik zu Bruce Beresfords „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ (1989) bei, der mit dem Oscar für den besten Film ausgezeichnet wurde. Wie bei vielen Filmen, die diesem Kassenschlager von 1989 folgten, verwendete Zimmer für den Soundtrack seine eigenen Arrangements von Synthesizern und Samplern. Mit Filmen wie „Thelma & Louise“ (1991) und „Die Macht der Eins“ (1992) hielten Slide-Gitarren Einzug in die Filmmusik. Seinen Popularitätshöhepunkt erreichte Zimmer wohl nach seinen Beiträgen zum Soundtrack von „Der König der Löwen“ (1994), einem Animationsfilm, der sich damals großer Beliebtheit bei allen Altersgruppen erfreute. In den folgenden Jahren avancierte er zum Hauptkomponisten für Oscar-prämierte Filme wie „Crimson Tide“ (1995), „Der schmale Grat“ (1998), „Gladiator“ (2000), „Last Samurai“ (2003), „Madagascar“ (2005) und „The Da Vinci Code – Sakrileg“ (2006), um nur einige zu nennen. Zuletzt steuerte er die Musik zur Batman-Trilogie bei, einer Filmreihe, die in der heutigen Filmindustrie große Anerkennung findet.
Angesichts dieser bemerkenswerten Kompositionen und Werke hat die internationale Musikwelt Zimmers Leistungen gebührend gewürdigt. In seiner über drei Jahrzehnte währenden Karriere gewann Hans Zimmer vier Grammy Awards, drei BRIT Awards, zwei Golden Globes und einen Oscar.