
Der Singer-Songwriter William Martin „Billy“ Joel wurde am 9. Mai 1949 in der Bronx, New York, als Sohn von Howard und Rosalind Joel geboren. Kurz nach seiner Geburt zog die Familie nach Levittown auf Long Island, einem Viertel der berühmten amerikanischen Vorstadt. Obwohl sein Vater ein versierter klassischer Pianist war, war es Joels Mutter, die den Jungen zum Klavierspielen ermutigte. Er begann im Alter von vier Jahren zu spielen und zeigte sofort ein außergewöhnliches Talent für das Instrument. Mit 16 Jahren war Billy Joel bereits ein professioneller Musiker und spielte schon in seiner dritten Band, bevor er überhaupt Auto fahren durfte.
Es dauerte nicht lange, bis der Künstler, inspiriert von dem legendären Auftritt der Beatles in der Ed Sullivan Show, sich mit Leib und Seele der Musik verschrieb. Er brach die High School ab, um eine Karriere als Musiker zu verfolgen und widmete sich der Produktion seines ersten Soloalbums „Cold Spring Harbor“, das 1971 erschien. Die Vertragsbedingungen von Joel mit Family Productions erwiesen sich als belastend, und der Künstler war mit der Qualität des veröffentlichten Albums unzufrieden. Es wurde kein kommerzieller Erfolg.
Ernüchtert von seinen Versuchen, als Rockstar Karriere zu machen, zog Joel nach Los Angeles, um eine Zeit lang unauffällig zu leben. Anfang 1972 ergatterte er einen Job als Lounge-Pianist unter dem Pseudonym Bill Martin. Seine Zeit im „Executive Room“ am Wilshire Boulevard sollte später in seinem Song „Piano Man“ verewigt werden, der die heruntergekommenen Gäste einer namenlosen Bar beschreibt.
Mit dem Erfolg seiner Top-20-Single „Piano Man“ im Rücken begann Joel, neue Songs und Alben aufzunehmen. 1974 erschien sein Album „Streetlife Serenade“. Viele seiner Lieder thematisierten seine wachsende Frustration über die Musikindustrie und Hollywood und kündigten seinen Weggang aus Los Angeles im Jahr 1976 an. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Joels Stil weiter und zeigte seine Bandbreite von Pop bis Rock. In den 1980er-Jahren feierte Joel mit Hits wie „Tell Her About It“, „Uptown Girl“, „Innocent Man“ und „The Longest Time“ große Erfolge. Er veröffentlichte zwei Greatest-Hits-Alben und war der erste amerikanische Künstler, der in der Sowjetunion eine komplette Rockproduktion präsentierte. Neben seinen Hits trat Joel auch regelmäßig bei Benefizkonzerten auf und spielte mit Stars wie Cyndi Lauper und John Mellencamp, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln.
1989, nach dem Erfolg seiner Single „We Didn't Start the Fire“, wurde Joel mit dem Grammy Legend Award ausgezeichnet. Sein beruflicher Erfolg hielt bis in die frühen 1990er-Jahre an, obwohl sein Privatleben etwas turbulent verlief. Nach der Veröffentlichung von „River of Dreams“ (1994) reduzierte Joel seine Studioaufnahmen, tourte aber weiterhin solo und mit Künstlern wie Elton John. 1999 überschritt der weltweite Verkauf seiner Songs die 100-Millionen-Marke. Im selben Jahr wurde Joel von seinem Idol Ray Charles in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Einige Jahre später, 2013, erhielt Joel die Kennedy Center Honors.